Invitation to visit the Toyota factories in Aichi (June 2, 2010, Tokyo) (Registration Deadline May 25)
Toyota, Japan’s flagship company dominated the world’s headlines over the past months. Despite all prophecies of doom, Toyota is still the most famous Japanese company and developed famous production management tools, such as Just-in-Time, Kanban or Jidoka.
On 2 June we will visit the Toyota factory in Nagoya and see the famous management techniques in practice. The visit includes a factory tour (in English) and a tour of the Toyota Kaikan.
We will go to Aichi by bus (meeting point Yotsuya, 6.30 am). Following a buffet lunch at Meitetsu Toyota Hotel (12.30), we make our way into the Tsutsumi factory. There we visit the welding plant and the assembly plant. Then it goes further into the Toyota Kaikan. By 16 pm we return back to Tokyo, where we will arrive about 21:40 pm.
Price: 10 000 Yen, including bus ride to Aichi and buffet lunch.
When: 2nd June 2010, meeting point 6.30 am.
Where: Meeting point north gate of Sophia University, Yotsuya
Return to Tokyo: 21:45 pm
Price: 10,000 yen (includes bus trip to Aichi and back and a buffet lunch)
The tour is organized by the East Asia Society (www.oag.jp). I will join the tour and give an introduction on Japanese production management.
Mandatory registration via e-mail: parissahaghirian@gmail.com (until May 25th, 2010).
STANDARD: Sie leben seit fünf Jahren in Thailand und unterrichten an der Mahidol-Universität in Bangkok. Wie haben Sie sich selbst auf diesen “Trip” vorbereitet?
Kainzbauer: Mein fachlicher Schwerpunkt “Interkulturelles Management” war auch meine Motivation, nach Thailand zu gehen. Und die Vorbereitungen dafür waren “klassisch” : Bücher, Gespräche mit Freunden, die dort gearbeitet haben. Aber selbst nach fünf Jahren habe ich täglich das Gefühl, etwas Neues zu lernen.
STANDARD: Sie bereiten auch potenzielle Expats auf das Leben und Arbeiten in Thailand vor. Wie?
Kainzbauer: Mir ist wichtig aufzuzeigen, dass man immer erfolgreicher sein wird, wenn man sich auf das Land einlässt und gewillt ist, die eigenen Werte zu hinterfragen und von der lokalen Kultur zu lernen. Man muss riskieren das eigene Weltbild zu erweitern.
STANDARD: Können Sie konkrete Beispiele dafür nennen?
Kainzbauer: Viele Ausländer erkennen nach einiger Zeit ihre eigene Veränderung, sehen, was sie von den Thais gelernt haben. Etwa Rücksicht auf Mitmenschen und buddhistische Toleranz, die im Arbeitsalltag dort sehr wichtig ist.
STANDARD: Womit kommen viele Ausländer gar nicht zurecht?
Kainzbauer: Ein schwieriges Thema ist die Kommunikation. Thais drücken sich sehr indirekt aus, viele Informationen muss man zwischen den Zeilen lesen. Das Thai-Lächeln etwa kann bis zu zwölf Bedeutungen haben.
STANDARD: Was können wir von der Thai-Kultur lernen?
Kainzbauer: Eindeutig “sanuk” - Spaß und Freude am Leben!
(Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 8./9.5.2010)
Toyota, Japans Vorzeigeunternehmen beherrschte die vergangenen Monate weltweit die Schlagzeilen. Aller Unkenrufe zum Trotz ist Toyota immer noch das bekannteste japanische Unternehmen und hat weltweit Managementtrends mitgeprägt. Viele moderne Produktionstechniken sind vom Unternehmen entwickelt worden. Besonders berühmt sind Just-in-Time, Kanban oder Jidôka.
Am 2. Juni werden wir ein Toyota Werk in Nagoya besuchen und können die berühmten Managementtechniken des Unternehmens vor Ort erleben. Der Besuch beinhaltet eine Werksführung (in englischer Sprache) sowie die Besichtigung des Toyota Kaikan.
Wir fahren mit dem Bus (Treffpunkt Yotsuya, 6.30 Uhr) Richtung Nagoya. Nach einem Buffet Lunch im Meitetsu Toyota Hotel (12.30), machen wir uns auf den Weg in die Tsutsumi Fabrik. Dort besichtigen wir die Schweißanlage (Welding Plant) und das Montagewerk. Danach geht es weiter ins Toyota Kaikan, wo die neuesten Toyota Modelle bewundert und eine Ausstellung über Fahrzeuge der Zukunft besichtigt werden kann. Um 16 Uhr machen wir uns auf den Rückweg nach Tokyo, wo wir gegen 21.40 ankommen. Die Exkursion findet unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Parissa Haghirian (Sophia Universität) statt.
Am 31. Mai (19 Uhr, OAG-Haus) gibt es für DAAD-Studenten eine Einführung in deutscher Sprache zu den Grundlagen japanischen Produktionsmanagements. OAG Mitglieder sind dazu herzlich willkommen.
Verbindliche Anmeldung im OAG-Büro (www.oag.jp) bei Frau Matsumoto unter Telefonnummer (Tokio) 03-3582-7743 oder per e-mail: matsumoto@oag.jp
Bezahlung bei Anmeldung im Büro
Parissa Haghirian ist Associate Professor für Internationales Management an der Sophia Universität in Tokio. Ihre Forschungsschwerpunkte beinhalten Japanisches Management, Konsumentenverhalten in Japan und interkulturelle Kommunikation.
Von Parissa Haghirian, erschienen in Japan MARKT April 2010
„Ein Job in Japan. Muss das denn sein?” Das war die erste Reaktion meines Vaters, als ich ihm von meinen Plänen, nach Japan auszuwandern, erzählte. Eine typische Frage, wie ich bald feststellen konnte. Die japanische Arbeitswelt ist von Männern geprägt und auch ausländische Arbeitnehmer sind meist männlich. Wenn westliche Unternehmen Mitarbeiter versenden, sind diese in aller Regel männlich. Die Reihen der Expatriates, die mit Frau und Kind für einige Jahre nach Asien übersiedeln, beweisen dies. Westliche Frauen hingegen sind bisher nur selten im japanischen Arbeitsumfeld zu finden und entsendet werden sie auch nicht. Doch ihre Zahl steigt und die Karrieren, die viele Frauen im Fernen Osten machen, sind - auch ohne Expatriate - Sicherheitspolster - beachtlich.
Derzeit leben ungefähr zwei Millionen Ausländer in Japan. Sieht man sich die Statistiken an, so dürfte ihre Zahl noch steigen, denn Japan hat nicht nur ein Problem mit dem Bevölkerungswachstum, sondern auch damit, seine Unternehmen und Mitarbeiter auf internationalen Stand zu bringen. Und die einfachste Weise zu internationalisieren, ist die Anstellung von Nicht-Japaner, die Sprachkenntnisse und meist auch sehr spezielle Skills mitbringen. Jobsuchende aus westlichen Industrieländern werden hier gegenüber Ausländern aus Entwicklungsländern bevorzugt. Unterschiede zwischen Frauen und Männern werden dabei auf Seiten der japanischen Unternehmen bei westlichen Bewerbern nicht gemacht. Der Grund dafür ist die (falsche) Annahme, dass die Gleichberechtigung in Europa und Nordamerika schon Standard sei, und dass dort kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht werde.
Für Frauen, die in Japan Karriere machen wollen, sind das sehr gute Voraussetzungen. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist die Größe des Marktes. Japan ist trotz aller Unkenrufe, immer noch die zweitgrößte Wirtschaftsmacht und der Großraum Tokyo das größte Business-Ballungszentrum der Welt. Chancen, aber auch Herausforderungen gibt es genug. Vorausgesetzt man spricht Japanisch und bringt einen Studienabschluss mit, sind die Möglichkeiten, die der japanische Arbeitsmarkt bietet, beinahe unbegrenzt.
Die Jobchancen waren es auch, die mich an Japan interessierten. Neben meinem Wirtschaftsstudium hatte ich noch ein Japanologie-Studium abgeschlossen und dennoch war es nicht möglich, an einer deutschsprachigen Universität einen zukunftsorientierten Job zu finden. Der Frauenanteil an deutschsprachigen Universitäten ist immer noch erschreckend niedrig, und es war abzusehen, dass sich das auch nicht so schnell ändern würde.
In Japan sah und sieht es anders aus. Hier war den meisten Uni schon zur Jahrtausendwende klar, dass mehr Frauen engagiert werden müssen. Was dann - im Gegensatz zu Europa - auch sehr zügig umgesetzt wurde. Ich war mit einer Kollegin die erste Frau an einer Universität in Fukuoka und arbeite heute an einer Fakultät, in der der Frauenanteil unter den Professoren bei über 30 Prozent liegt. Arbeitskonditionen, von denen meine ehemaligen Kolleginnen aus Europa immer noch träumen.
Es gibt sehr viele Dinge, die ich an meiner Arbeit und an den Organisationen, für die ich tätig war und bin, sehr schätze. Der wichtigste Aspekt ist der Respekt, der mir hier entgegengebracht wird. Am Beginn meiner Karriere in Japan waren mir auch ein langfristiger Arbeitsvertrag und eine faire Bezahlung sehr wichtig.
Ich konnte mich in Japan von Anfang an sehr auf meine Arbeit konzentrieren und musste mich nicht um mikropolitische Probleme am Arbeitsplatz kümmern. Titel und Positionen werden in Japan sehr hoch geschätzt. Vielleicht auch etwas zu sehr. In jedem Fall aber wird einer Person, die eine gewisse Position erreicht hat, auch zugestanden, dass sie für diesen Job qualifiziert ist. Ich persönlich empfinde diese Einstellung immer noch als den wichtigsten Aspekt für westliche Frauen in Japan. Hier geht man davon aus, dass die Uni einen Grund hatte, mich zur Professorin zu ernennen. Im deutschsprachigen Umfeld wäre das sicher nicht der Fall. Wenn eine Frau einen guten Job hat, muss sie immer erst einmal „beweisen”, dass sie ihn auch kann. Beweisführung findet meist mittels Anzweifeln und Verunsichern durch männliche Kollegen statt. Wenn ich beispielweise in Deutschland oder Österreich über Japan spreche, gibt es im Publikum immer einen (männlichen) Zuhörer, der - obwohl noch nie in Japan gewesen und komplett fremd in der Materie - mir dann erklären muss, wie er die Sache sieht oder dass er letztens in der Lokalzeitung etwas ganz anderes gelesen hat.
In Japan ist das anders. Troublemaker sind scheinbar nicht vorhanden, oder vielleicht haben ältere Männer hier nur bessere Manieren. Man nimmt einfach an, dass wir unseren Job können und kann uns daher sehr unvoreingenommen zuhören. Für mich und viele andere westliche Frauen einer der Pluspunkte im japanischen Arbeitsumfeld. „Die Pfaue fehlen!”, erklärte mir eine österreichische Freundin einmal und das bedeutet, einfach arbeiten und seine Leistung bringen zu können. Meine Produktivität hat sich - trotz oder wegen - fehlender männlicher Intervention in Japan vervielfacht.
Ein weiterer Aspekt, der mir - als Flüchtling vor dem österreichischen Staatsbetrieb - positiv auffällt, ist die Tatsache, dass in Japan alles funktioniert. Ich will hier in keinem Fall bestreiten, dass japanische Unternehmen und vor allem Universitäten sehr bürokratische und schwerfällige Apparate sind. Dennoch - im Vergleich zu europäischen Unternehmen funktioniert die Bürokratie. Ich kann mich an keinen japanischen Fall erinnern, wo Formulare verschwanden, Deadlines nicht eingehalten wurden oder man eine Abteilung zehn Tage schließen musste, weil in fünf Räumen ein neuer Teppich verlegt wurde (so geschehen bei meinem Wiener Arbeitgeber).
Als westliche Frau in Japan hat man außerdem einen gewissen Marketingvorteil, weil man oft die einzige in einer Industrie oder in einem Bereich ist. Networking und Selbstmarketing werden dadurch sehr viel leichter, weil Japaner sich in den meisten Fällen an die einzige Frau erinnern.
Besonders wichtig war für mich aber die internationale Erfahrung. Als Wissenschaftlerin war es in Wien eigentlich nicht richtig möglich, den Themenbereich Internationales Management effizient zu untersuchen. Forschung fand daher in erster Linie über das Aussenden von Fragebögen statt. In Tokyo hingegen, hat man nicht nur mehr Zugang zu Unternehmen konfrontiert. Internationaler kann es nicht werden.
Last but not least darf auch der Lerneffekt nicht unterschätz werden. So anstrengend es sein kann, in Japan zu leben und zu arbeiten, die interkulturellen Fähigkeiten, die man sich hier aneignen kann, sind nicht nur außergewöhnlich, sondern auch karrierefördernd. Die interkulturelle Erfahrung, die das Arbeiten in Japan mit sich bringt, hätte ich in Wien in keinem Fall machen können.
Natürlich bringt eine Karriere in Japan auch Herausforderungen mit sich Die interkulturelle Auseinandersetzung bleibt auch Frauen nicht erspart. Vor allem in der Kommunikation gibt es Konflikte. Zu direkte und aufgabenorientierte Kommunikation wird bei westlichen Frauen wenig geschätzt. Auch über interkulturelle Unterschiede im Leadership oder Verantwortungsverteilung zwischen Ost und West berichten westliche Frauen im japanischen Management. Darüber hinaus ist der Weg an die Spitze in einem japanischen Unternehmen genauso steinig wie im Westen. Frauen sind in Spitzenpositionen auch hier generell unterpräsentiert.
Letzten Endes gibt es einen besonders wichtigen Punkt für unsere Arbeit in Japan. Wir sind Rollenmodelle, wie es sie in diesem Land immer noch zu wenig gibt. Unsere Arbeit motiviert junge japanische Frauen, nach mehr zu streben als einem Leben in der Einbauküche. Erst letzten Monat fragte mich eine Studentin, ob sie denn auch eine Universitätsprofessorin werden könne. „In Japan schon!”, war meine Antwort. In Europa hätte ich das nie gesagt. Wäre ja eine glatte Lüge.
Dr. Parissa Haghirian ist Associate Professor of International Management an der Sophia-Universität in Tokio. Ihre Forschungsschwerpunkte beinhalten japanisches Management und Marketing, interkulturelle Kommunikation sowie Markteintritte in Asien. Ihr neues Buch „Innovation and Change in Japanese Management” ist im Januar bei Palgrave Macmillan erschienen. Mehr Informationen unter www.parissahaghirian.com.